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Die Dorfzeitung - Dezember 2009
Fisch in seiner ganzen Vielfalt genießen und die Seele baumeln lassen - genau das will Inhaber Sören Engelmann und sein Team den Gästen vom Fishermans - DAS Fischrestaurant in Berlin - im Eisenhammerweg 20 in Tegel bieten.
Im Spätsommer 2006 eröffnete er sein Restaurant mit dem traumhaften Blick auf den Tegeler See. Wir trafen Ihn zum Gespräch.
DZ:
Herr Engelmann, Sie als gebürtiger Greifswalder eröffnen in Berlin ein Fischrestaurant. Wie kam es dazu?
SE:
Ich habe, als ich 2004 nach Berlin kam, einfach kein Restaurant gefunden, in dem mir Fisch so richtig geschmeckt hat. Ich bin quasi mit Fisch groß geworden und kenne die zahlreichen Besonderheiten bezüglich der Zubereitung, Lagerung und Verarbeitung sehr gut.
Dann habe ich das Objekt hier am See gefunden. Es war Frühling und ich stand auf der Terrasse, die Abendsonne funkelte über dem See. Alles hat perfekt gepasst.
DZ:
Sind Sie ein Vollblutgastronom?
SE:
Ja, natürlich! Bei meiner Ausbildung in der Hotellerie - auf der Sonneninsel Usedom - erlernte ich die nötigen Grundkenntnisse die ich über die Jahre weiter vertiefen konnte. Meine Karriere verlief eigentlich ganz klassisch, nur etwas schneller als üblich. Vom Azubi über Restaurantleiter zum Servicemanager dauerte es nur zweieinhalb Jahre. Danach stellvertretender Geschäftsführer eines großen Restaurants hier in Berlin und eineinhalb Jahre später das eigene Restaurant. Man muss diese Arbeit lieben und leben. Manchmal auch 24 Stunden am Tag und mit der Nase immer am Wind.
DZ:
Immer nur Fisch oder darf es auch mal Fleisch sein?
SE:
Gern auch mal ein Steak, überwiegend aber natürlich Fisch. Schon die permanente Qualitätskontrolle der eingekauften Ware zwingt mich förmlich dazu täglich Fisch, Muscheln, Garnelen und Co. zu essen. Allerdings ist dies ein Zwang mit dem ich sehr gut leben kann.
DZ:
Wo kommt Ihr Fisch eigentlich her?
SE:
Ich kenne eine Menge Fischer an der Ostseeküste, so dass ich meine Ware oftmals direkt und ohne den Umweg über den Großhandel beziehen kann. Die Fische aus dem Mittelmeerraum oder aus den Ozeanen lasse ich mir natürlich liefern. Wir haben sehr gute Lieferanten, die uns mit exzellenter Qualität direkt beliefern. Meist ist der Fisch noch keine 24 Stunden aus dem Wasser wenn er bei uns eintrifft.
DZ:
Im Aral-Schlemmeratlas hat man Sie mit zwei Kochlöffeln ausgezeichnet. Im Varta Guide sind Sie gelistet und der große Hotel- und Restaurantguide von Bertelsmann hat Sie für die im nächsten Jahr erscheinende Ausgabe bereits getestet. Das sind die ersten drei der fünf führenden Restaurantführer. Kommt nun auch noch Gault Millau und Guide Michelin?
SE:
Nein das wollen wir nicht. Bei uns zählt die Individualität. Wir wollen uns nicht den strengen Richtlinien der dort klassifizierten Gastronomie unterwerfen. Bei uns ist der Gast König. Seine Wünsche gilt es zu einem vernünftigen Preis-Leistungsverhältnis zu erfüllen.
DZ:
Rettet die Gänse, esst mehr Fisch! ist Ihr Weihnachtsmotto. Funktioniert das?
SE:
Sehr gut sogar. Wir waren bisher zu den Weihnachtsfeiertagen immer ausgebucht, obwohl es bei uns keine Gänse gab. Auch mit Fisch kann man tolle weihnachtliche Menüs zaubern, wie z.B. gebratenes Welsfilet auf Apfel-Zimt-Rotkohl mit Backpflaumensauce und gebutterten Semmelknödel-scheiben. Hört sich verrückt an, ist aber ein Geschmackserlebnis der besonderen Art.
DZ:
Vielen Dank für das Gespräch.
Täglich von 12.00 bis 22 Uhr (Jan. und Feb. Montag Ruhetag) ist das Lokal mit rund 60 Plätzen geöffnet; im Sommer kommen rund 80 Plätze auf der Terrasse hinzu. An Ideen für die Zukunft mangelt es Sören Engelmann nicht: In der Planungsphase befindet sich derzeit die Flaschenpost, ein kostenloses Magazin mit vielen Informationen rund um das Thema Fisch.
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